Es
ist der Einstieg: Die DFB-Auswahl der U 15-Juniorinnen ist der erste Schritt im Nationaltrikot auf
dem
Weg zur Frauen-Nationalmannschaft. Die U15-Auswahl tritt noch nicht bei einem offiziellen
Wettbewerb
an; bei den Jüngsten im Kreise der DFB-Auswahlen steht noch die Sichtung im Vordergrund. In den regelmäßig stattfindenden U 15-Lehrgängen verschafft sich DFB-Trainerin
Bettina
Wiegmann einen ersten Überblick: Wer hat das Talent, später in einer der DFB-Auswahlen
zu
spielen, wo liegen die Stärken der Spielerinnen, wo sind mögliche Schwächen?
Und die Talente
machen bei einigen der wenigen Länderspiele schon ihre ersten internationalen Erfahrungen. Mit drei Länderspielen in der DFB-Auswahl der U- 15-Juniorinnen gehört
man
dann schon fast zu den "alten Hasen".
So
genommen ist Melanie Leupolz, 1994 in Wangen geboren, eigentlich auch schon ein "alter Hase".
Ihr
internationales Debüt im Nationaldress feierte sie nur einen Tag nach ihrem 15. Geburtstag
im
April mit einem Sieg gegen die Niederlande. Vor wenigen Tagen, Ende Juli, dann die
Einsätze
zwei und drei jeweils gegen die Auswahl Schottlands, wo sie sich auch gleich noch
in die Liste
der Torschützinnen einreihte. Und vom 14. August weg bittet DFB-Coach
Wiegmann wieder zum
Lehrgang und zu zwei Länderspielen. Für Melanie Leupolz bedeuten die Fussballklassiker gegen England zwei weitere Einsätze im Nationaldress.
Somit
kommt "Melli", wie die Realschülerin aus Wangen von ihren Freunden genannt wird, mit jedem Einsatz in den Juniorinnen-Nationalmannschaften Ihrem größten Traum, später einmal in der A-Nationalmannschaft zu spielen,
ein guten Schritt näher.
Neben
den Plänen für ihre Schullaufbahn hat Melanie auch klare Vorstellungen von ihrer
fussballerischen
Zukunft. "Ich möchte einmal bei einem Bundesligisten spielen!".
Um dieses Ziel zu
erreichen, ist es sicher nicht verkehrt, wenn in den Notizblöcken von
möglichst vielen
Talentescouts der Bundesligavereine der Name "Melanie Leupolz" bereits
mit einem
dicken Ausrufezeichen versehen ist. Diese Aufmerksamkeit hat sich die junge
Dame aus Ratzenried
im Frühjahr beim U 15-Mädchen-Länderpokal verdient. Der Länderpokal
ist ein Casting
der besonderen Art. 21 Fußball-Landesverbände schicken ihre Auswahlteams
nach Duisburg. Knapp
400 junge Damen aus der gesamten Bundesrepublik wollen sich und
ihre Mannschaft auf dem
Fussballrasen in Szene setzen, kämpfen um Ruhm, Anerkennung
und auch um Aufmerksamkeit.
Melanie, mit der Württembergauswahl Turniersieger,
stand zum Schluss des Länderpokals
besonders im Focus der Öffentlichkeit: Sie wurde auch
noch als Torschützenkönigin und
gleichzeitig als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet.
Den
Fussballplatz quasi direkt vor der Haustüre "startete" Melli im Alter von fünf Jahren bei
den
Bambinis des TSV Ratzenried "offiziell" und vereinsmäßig ihre Fussballerinnenkarriere.
Schon
hier merkte man ihr an, dass dies Ihre Sportart ist. In ihrer ganzen Zeit als
Jugendspielerin
hat sie über die Jahre kaum eine Trainingseinheit verpasst und war meist
die Erste auf dem
Platz und die Letzte, die den Platz verlassen hat. "Sie war immer schon
sehr ehrgeizig.
Sie hatte von Klein auf eine überdurchschnittliche Technik und
Spielübersicht. Auch wenn kein
Training angesagt war, Melli war immer auf dem
Sportplatz zu sehen. Ja und an einem Fuss immer
einen Ball." weiss Ratzenrieds
Jugendleiter Winfried Kirsner zu berichten. Melanie spielte
bis zur C-Jugend, hier teilweise
wegen ihres Alters nur mit Sondergenehmigung des Verbandes, in
den Jugendmannschaften
des TSV Ratzenried. Deren Trainer bescheinigten ihr auch, dass sie schon
damals eine knallharte Verteidigerin, aber auch auf allen anderen Positionen bedenkenlos einsetzbar war. Ein sicherlich
großer
Vorteil und maßgeblicher Grund für Ihre Entwicklung war die Tatsache, dass Sie bis
dato immer
in Jungen-Mannschaften gespielt hatte.
Auch
ihr jetziger Trainer Philipp Meissner ist vom Potential und Können seines Schützlings
, welcher
2008 zu den Oberliga-Juniorinnen des TSV Tettnang wechselte, überzeugt. "Bereits in
ihrer
ersten Saison in der höchsten deutschen Juniorinnen-Klasse hat Melanie als
Teamplayerin mit
Führungsqualitäten beeindruckt und maßgeblichen zu den Erfolgen der
Mannschaft
beigetragen" lobt Meissner seine Offensivspielerin. "Die erste Saison, denke ich,
war
schon sehr erfolgreich." zeigt sich auch Melli zufrieden, um gleich darauf für sich
und ihre Mannschaft ehrgeizige Ziele zu stecken: "Ich erhoffe mir jedoch, dass die
Saison
2009/2010 noch besser wird. Die Ziele wären natürlich einen guten Tabellenplatz
in der Oberliga ein gutes Abschneiden in der Hallen- und Pokalrunde, eventuell Finalsiege,
und
wenn es ganz gut läuft, dass wir zur Süddeutschen- Meisterschaft fahren
Ich denke unsere
Chancen für nächste Saison stehen sehr gut!"
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der Textbeitrag stammt von Ulrich Schneider